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Feuerhaus auf Rädern

Brandschutz: Eine mobile Anlage simuliert das Verhalten von Flammen – Übung für 150 Wehrleute an drei Tagen
 

 

Bericht von Peter Thomas

 

Hitze, Dunkelheit, Flammen, Wasserdampf: Der Raum mit den rußgeschwärzten Wänden ist kein gemütlicher Ort. Weit über 200 Grad Celsius heiß ist die Luft, immer wieder lodert das Feuer an einer anderen Stelle auf. Zwei Männer in der blauen Schutzkleidung der Freiwilligen Feuerwehr kämpfen sich mit einem Schlauch die Treppe hinab, kriechen gebückt zu den Flammen hin. Das Duo mit den gelben Flaschen des Pressluftatmers auf dem Rücken leistet Schwerstarbeit. Plötzlich schießt eine Flammenfront an der Wand empor, bricht sich an der Decke und kommt auf die Männer zu. Blitzschnell lassen sich die beiden zu Boden fallen, richten das Strahlrohr mit einem feinen Nebel aufs Feuer. Michael Kämpfer nickt zufrieden.
Der Brandoberinspektor ist Leiter der Abteilung Ausbildung bei der Feuerwehr Rüsselsheim. Am Mittwochmittag begutachtete er die ersten Trupps, die das Übungsprogramm der mobilen Brandsimulationsanlage absolvieren. Für drei Tage ist die Anlage in der Feuerwache Rüsselsheim zu Gast, rund 150 Brandschützer werden in dieser Zeit hier unter realitätsnahen Bedingungen das Vorgehen gegen einen Keller- oder Wohnungsbrand üben. Ralf Hankewitz bedient die Steuerung der Anlage wie ein Organist sein Instrument: Schalter, Tastatur und LCD-Bildschirm sind die Klaviatur, auf der er die Flammen im Übungsraum steuert. Auch die Rauchentwicklung bestimmt der Ausbilder, der mit dem vor zehn Jahren gebauten Sattelschlepper in ganz Deutschland, aber auch in Österreich und der Schweiz unterwegs ist. Das Unternehmen „Fire House“, das Hankewitz zusammen mit einem Partner führt, hat sich auf die mobile Feuersimulation spezialisiert. In diesem Jahr ist die Anlage vor allem in Hessen unterwegs, berichtet der Mann am Schaltpult.

Wichtig sind diese Übungseinsätze insbesondere für junge Atemschutzgeräteträger, die hier wertvolle Erfahrungen unter realistischen Bedingungen sammeln können, sagt Michael Kämpfer. Aber auch die hauptamtlichen Rüsselsheimer Feuerwehrleute nutzen die Chance zum Training, ebenso wie Kameraden der Werksfeuerwehr von Opel. Jeweils drei zweiköpfige Trupps können in einer Stunde im Simulator proben. Die Batterie von großen Propangasflaschen hinter dem Sattelauflieger sorgt für ausreichenden Brennstoff der verschiedenen Flammdüsen.

Sogar eine Rauchgasdurchzündung kann die Anlage simulieren. Dieser sogenannte „Flash Over“ stellt eine große Gefahr für die Einsatzkräfte bei Bränden dar: Wenn die verrauchte Atmosphäre in einem Raum beim Öffnen einer Tür plötzlich Sauerstoff erhält, kann es zu einer explosionsartigen Ausbreitung von Flammen kommen. Diese Feuerfront unter Kontrolle zu bringen, ist eines der wichtigsten Ziele der Übung, sagt Michael Kämpfer.

Als Werkzeug haben die Männer der Wehr dabei ein sogenanntes Hohlstrahlrohr auf ihren C-Schlauch montiert. Im Gegensatz zum alten C-Rohr lässt sich dieses Mundstück blitzschnell verstellen, so dass statt eines gerichteten, harten Wasserstrahls ein feiner Nebel entsteht. Der Vorteil dieser Tröpfchenwolke ist ihre große Oberfläche: Sie nimmt schneller die Hitze des Feuers auf, dient auch zum gleichmäßigen Kühlen von Oberflächen wie zum Beispiel Gasflaschen. Umgekehrt steigt natürlich auch die Dampfentwicklung. All diese Parameter spüren die Einsatzkräfte bei der Simulation am eigenen Körper – selbst hinter der dicken Glasscheibe merken der Instruktor und der Betreuer aus den Reihen des Amts für Brandschutz die intensive Wärme der Flammen. Blitzlichter, Rauch und auch Geräuschkulissen ergänzen die virtuelle Brandsituation.

Viele Details eines korrekten Angriffs gegen Schwelbrände in Wohnungen trainieren die Rüsselsheimer Feuerwehrleute auch in ihrer eigenen Atemschutzübungsstrecke, die zur Ausrüstung der Feuerwache gehört. Aber dieser verrauchte Hindernisparcours kann eben nicht das Verhalten von Flammen simulieren. Für dieses außergewöhnliche Training braucht es Einrichtungen wie die mobile Anlage von „Fire House“. Dass die komplexe Technik auf einem Sattelauflieger montiert ist, erlaubt den Übungsbetrieb im Wechsel bei verschiedenen Feuerwehren. Stationäre Anlagen dieser Art haben nur wenige Brandschutzeinheiten in Deutschland. In der Region gehört zum Beispiel die Flughafenfeuerwehr Frankfurt dazu.

 

Quelle : Rüsselsheimer Echo
 



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